Der Erdwachsbergbau in Borysław by Josef Muck

By Josef Muck

Einer del' merkwiirdigsten Bergbaue del' Erde, viel verschrieen und doch eigentlich so wenig gekunnt, jedenfalls abel' geologisch und bergmannisch von hohem Interesse, ist del' Erdwachsbergbau von Boryslaw. Eigenartige Verhaltnisse brachten es mit sich, da del' Berg bau bis VOl' wenig Jahren in so au erordentIich primitiver Weise betrieben wurde, da nul' wenige wirkliche Sachverstandige das Vorkommen von Erdwachs in der Grube studieren konnten. Durch bergbehordliche Verordnungen vom Jahre 1897 wurde diesel' alte Raubbaubetrieb in den Jahren 1898-1900 eingesteIIt, urn modemen Verhaltnissen Platz zu machen. Seit diesel' Zeit ist al1mahlich ein Bild, das nirgends mehr auf del' Erde wiederzusehen ist, verschwunden, insbesondere, da die in jiingster Zeit im gro en wiedererstandene El'doIindustrie dazu beigetragen hat, dasselbe rasch und wesentlich zu verandern. Unter diesen Umstanden scheint es mil' von Iu"teresse, dieses aIte Boryslaw in Wort und Bild festzuhalten und daran des weiteren die neueren Erfahrungen iiber die geologischen und bergbauIichen Verhaltnisse des Vorkommens und del' Gewinnung von Ozokerit zu kniipfen. Dies sei del' Zweck dieses Buches. Ich habe zwar die vorhandene Literatur iiber Boryslaw und Erdwachs beniitzt und erscheint dieselbe auch entsprechenden Ortes angefiihrt, ich habe mich abel' auch bemiiht, so viel als mogliclI culture und eigene Erfahrung sprechen zu lassen. Endlich sei del' freundlichen Unterstiitzung des Herm okay. ok. Ober bergrates Holo bek in Krakau gedacht, welchem ich viele wertvolle Daten verdanke und welchem ich hierfiir an diesel' Stelle meinen verbindlichsten Dank ausspreche. Wien, im Monat Juli 1902. Der Verfasser. Inhaltsverzeichnis. Seite Erstes Kapitel. Geschichtliche Entwicklung der Erdwachsindustrie 1 Zweites Kapitel.

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Grundzüge der Verkehrspolitik

Es battle mir eine große Freude, auf Anregung von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Gutenberg für das von ihm herausgegebene Werk "Die Wirtschaftswissen­ schaften" einen Band "Grundzüge der Verkehrspolitik" beizutragen, auch wenn ich schon bald erkennen mußte, daß es erhebliche Schwierigkeiten machen würde, das Thema in der gebotenen räumlichen Beschränkung abzu­ handeln.

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W. Oberbergrat HoI 0b ek 1) bemerkt hierzu treffenderweise: "Diese Theorie Kreutz' von einem vorwiegend flotzartigen Vorkommen des Erdwachses auf primarer Lagerstatte, also von einer gleichmaGigen Verteilung des Ozokerits iiber das ganze in Betracht kommende Terrain, in welcher Anschauung der Einzelschachtbetrieb eine Stiitze findet, bedeutet einen wesentlichen Riickschritt gegeniiber den von Windakiewicz vertretenen Anschauungen. Diese Theorie ist teils auf unrichtigen Pramissen, nament· lich was die Lagerungsverhaltnisse des Ozokerits betrifft, teils auf Verallgemeinerung ganz lokaler Erscheinungen aufgebaut und kann von niemandem anerkannt werden, dem das Erdwachsvorkommen in Boryslaw und anderen Fundorten genau bekannt ist.

G aus dem frfiheren weichen Wachse im Laufe der Zeit Hartwachs gebildet wurde. rch habe das Experiment auch im Laboratorium mit ahnlichem Effekt durchgefiihrt (Seite 166). G wir im Kindebal, das ist eine weiche, dunkle, plastische Masse zumeist aus Paraffin bestehend, ein offenbares Dbergangsprodukt von Erdal zum Erdwachs vorkommen sehen. Manche Petroleumgruben z. B. von Schodnica, KI~czany etc. G sich die Rohrleitungen mit del' Zeit durch solche Absatze verstopfen. In den Rohrleitungen von Kl~czany, das ein helles von ca.

Enthalten, daE in del' Salzformation olfiihrende Sand- und Sandsteinschichten eingeschaltet sind, deren Erdol nul' aus den sie vollstandig einsehlieEenden, dureh feste Riickstande del' Zersetzung organischer Substanzen schwarz gefarbten Tonschichten stammen konne und daE del' Ozokerit, wie die Kohle, eigene, sieh meist wiederholende Flo tz e bilde, die nicht nul' nahe del' Oberfiache, sondel'll auch in bedeutender Tiefe liegen. Kreutz spricht ferner von einer "Ozokeritformation", behauptet, del' Ozokerit komme in Boryslaw nach sieheren Beobachtungen in bis 7 cm machtigen Schiehten konkordant zwischen Ton- und tonigen Sandsteinschichten eingelagert VOl' und erfiille auch vollstandig mit den" Ozokeritflotzen" in Verb in dung stehende, haufig uber einen Meter breite Klufte, welche mehr odeI' weniger steil die Ton- und Sandsteinsehichten hauptsaehlich im Hangenden del' Ozokeritfiotze durchsetzen.

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