Arbeitsplatz Lokalradio: Journalisten im lokalen Hörfunk in by Günther Rager, Petra Werner, Bernd Weber

By Günther Rager, Petra Werner, Bernd Weber

Einschaltquoten liber WDR-Niveau, eindrucksvolle Reichweiten-Garantien ftir WerbekundInnen und beachtliche Spot-Schaltungen: Die okonomische Zwischenbilanz des Lokalfunks in Nordrhein-Westfalen falIt nach einein halb Jahren "on air" vielversprechend aus. Wie aber steht es mit der professional grammproduktion, mit dem BtirgerInnen-nahen, informativen Radio, das den Gesetzgeber in NRW vorschwebte, als sie das Zwei-S?ulen-Modell er fanden? Der Alltag in den Redaktionen, so das Ergebnis der vorliegenden Kom munikator-Studie, hat zahlreiche Hindemisse auf dem Weg zu einem guten Programm. In einer umfangreichen Redaktions-Untersuchung haben wir analysiert, unter welchen technischen, personellen, organisatorischen und sozialen Bedingungen in vier der Lokalstationen gearbeitet wird - und un sere Beobachtungen und Befragungen haben gezeigt, daB die MitarbeiterIn nen auf allen diesen Ebenen mit erheblichen Schwierigkeiten zu k?mpfen haben. Da ist die unzureichende Qualiflkation ftir den Arbeitsplatz "Lokalfunk Journalistln" Nur knapp die H?lfte der befragten Lokalfunk-RedakteurIn nen verfligt liber eine journalistische Ausbildung, ein Horfunk-Volontariat hatten liberhaupt nur drei der befragten Festangestellten. Kaum, daB die neuen RedakteurInnen eine ordentliche Einfiihrung in die technischen Ge heimnisse des Selbstfahr-Studios erhalten h?tten. Das im Journalismus oh nehin beliebte "learning through doing" scheint im Lokalfunk handlungsleitendes Motto zu sein. Da ist auBerdem die Arbeitsorganisation: Nach wie vor ist die Frage von Schicht- und Bereitschaftsdiensten weitgehend nicht gelost, nach wie vor klagen MitarbeiterInnen liber fehlende organisatorische F?higkeiten ihrer ChefredakteurInnen.

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Grundzüge der Verkehrspolitik

Es battle mir eine große Freude, auf Anregung von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Gutenberg für das von ihm herausgegebene Werk "Die Wirtschaftswissen­ schaften" einen Band "Grundzüge der Verkehrspolitik" beizutragen, auch wenn ich schon bald erkennen mußte, daß es erhebliche Schwierigkeiten machen würde, das Thema in der gebotenen räumlichen Beschränkung abzu­ handeln.

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Wiedebuseh 1989,282), ăndert nichts an dieser Orientierung. Ohnehin konnen "Publika nieht konkret ins Auge gefaBt werden" (Riihl 1980, 384), weil sie "gegeniiber Joumalismus nicht konstant, sondem kontingent" sind und sich "in einem stăndigen Wandel" befinden (Riihl 1980, 382). Die "Bediirfnisse" der potentiellen HorerInnensehaft konnen deshalb nicht konkret "gewuBt", sondem allenfalls antizipiert werden. Dessen sind sich JournalistInnen bewuBt, wenn sie ihr Publikum vor allem als "dispers" besehreiben, als ausgesproehen heterogen (vgl.

Und das Problem ist an einer Stelle aufgebrochen, die besonderen EinfluB auf die Programmgestaltung hat. Denn die Măglichkeit, freie MitarbeiterInnen einzusetzen, ist fOr die Sender der einzige Weg, ohne zu groBe Abstriche am Programm unzureichender Besetzung der Redaktionen zu begegnen. AuBerdem gelten Freie als "Kreativpotential" von Rundfunksendem und hăufig lassen sich groBe Gebiete nur durch ein differenziertes Netz von freien Mitarbeiterlnnen in der Region abdecken. Erfahrungen in SUddeutschland belegen, da6 gerade kleine Sender ohne einen groBen Stamm Freier das Programm uberhaupt nicht fUllen kănnten.

Lediglich iiber den Umweg von Arbeitszufriedenheit und Motivation lieBen sich hier Riickschliisse ziehen. 1) Heiks (1982) ist einer der wenigen, die versucht haben, Zusammenhănge zwischen Redaktionsstruktur und Output zu analysieren und Empfehlungen fiir eine Optimierung dieser Strukturen zu geben. Seine Ergebnisse lassen sich sicher nur bedingt auf den Lokalfunk iibertragen, weil die WDR-Morgenmagazin-Redaktion, die er in einer teilnehmenden Beobachtung untersucht hat, einerseits als Teil einer groBen Anstalt ganz andere organisatorische Rahmenbedingungen vorflndet als die Lokalstationen, andererseits erheblich vom Lokalfunk unterschiedene redaktionelle Zielsetzungen hat.

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